Artifizielle Intelligenz und andere Herausforderungen: Von meiner Würde und Wirkung
Eine tägliche Praxis von Alexander Höhn
Diese hochgradig vernetzte Welt konfrontiert uns mit vielschichtigem Wandel.
Wie gehen wir mit den ökologischen Ressourcen um?
Wie sorgen wir für unsere existenziellen Lebensgrundlagen?
Wie gestalten wir weiterhin eine gedeihliche ökonomische Entwicklung?
In was für einer sozialen Umwelt mögen wir leben und diese wie gestalten?
Wie definieren wir unsere Werte im Kontinuum zwischen Tradiertem und Zukünftigem?
Welche Haltung entwickle ich im Kontext artifizieller Intelligenz?
Dementsprechend: Wer möchte ich - aus einer zukünftigen Perspektive - gewesen sein?
Für die Gesellschaft, das Unternehmen, meine sozialen Beziehungen?
Viele Fragen und nun einige Impulse.
1. Impuls
Direkt beeinflussen und führen kann ich nur eine Person: Mich selbst - also bin “ich” der archimedische Punkt der Erkundung, meiner direkten Einflussnahme.
Das nenne ich “Selbstverantwortung”.
Nun sind wir als Menschen befähigt, zwei Ebenen unserer Person wahrzunehmen, zu erkunden und zu beeinflussen:
Die Ebene des “David”: Meine Gefühle, meine Emotionen aus der Kindheit, Bilder, Assoziationen, Stimmungen, sinnliche Erfahrungen, meine emotionalen Bedürfnisse. Dieser Bereich macht mich kreativ, stellt meine emotionale Intelligenz dar und benötigt eher Ruhe, Stille, Natur, Musik, Kunst und Beziehung zu mir (und meinen Mitmenschen), um von mir wahrgenommen zu werden.
Empfehlung: Im Alltag Pausen machen, Gefühle und Stimmungen aufschreiben, einfach nur wahrnehmen, erforschen. Diese bilden die Grundlage, mich emotional selbstverantwortlich zu fühlen und meinen “Inneren Dialog” zu pflegen, widersprüchlichen Gefühlen mich zuzuwenden und lernen auszuhalten.
Hier liegt auch die Grundlage für meine Werte, meine eigene “Bill of rights”, also die gesamte Grundlage meines Seins in der Welt und meiner “Selbstpositionierung” - anders ausgedrückt: Hier liegt das Zentrum meiner Würde. Empfehlung: Notieren meiner konkreten Erfahrungen.
Die zweite Ebene nenne ich den “Goliath”, eben nach der Bibelgeschichte “David und Goliath”, das ist die Ebene des Handelns, des Gestaltens, des Machens, dementsprechend meiner handelnden Fähigkeiten, hieraus entstehen Ziele und faktische Erwartungen, allerdings auch emotionale Erwartungen und Bedürfnisse, die auf den ständigen Dialog zwischen David und Goliath hinweisen.
Eingebettet in objektive Gegebenheiten (Marktbedingungen, Produkterfordernisse usw.) gestalte ich meine Umwelt über mich und meinen inneren Dialog, der dementsprechend subjektiv ist.
Je klarer ich mit mir bin, desto klarer bin ich befähigt, mich klar zu äußern und… .
Nun komme ich zum 2. Impuls:
In einen Dialog zu treten: Nun bin ich in der Lage, meine Goliath-Erfordernisse mit meinen emotionalen Bedürfnissen zu verknüpfen, von mir zu sprechen, mich zu positionieren, auch im Konflikt, die Psychologie spricht von klaren Ich-Botschaften.
Nun ist der Boden bereitet, auch dem anderen Menschen zuzuhören, den inhaltlichen und emotionalen Aspekten - eben hier entsteht Beziehung, entsteht gegenseitige Würdigung, die Grundlage für Verständnis, konstruktiven Kompromiss und Kreativität.
So lässt sich - vom
inneren Dialog ausgehend, der äußere Dialog begleiten, arrangieren, steuern.
Die Wissenschaft spricht nun von “Metakognition”, sich reflektieren öffnet einen Raum der Würde, des Verstehens und der gemeinsamen Entwicklung. Empfehlung: Räume für Zuhören, Strukturen für Feedback schaffen, Konflikte als normal erachten, unterschiedliche Blickwinkel, Wahrnehmungen und Bewertungen als Gewinn einschätzen und eine geteilte Verantwortung für Lösungen anbieten, ermöglichen und einzufordern.
3. Impuls
Mit einem solchen Selbstumgang, dieser täglichen Übung, entstehen Zufriedenheit und Wirksamkeit, Humor und Toleranz und ein tendenziell kraftvoller und kreativer Raum.
Der Mensch reagiert auf seine eigene Entwürdigung meist mit Rückzug oder Angriff, entwickelt eine Maske, um zu überleben, entfremdet nach innen, spürt sich nicht, entwickelt als Abfuhr Sündenböcke und hofft - wenn die Schleusen der Selbstkompetenz verstopft sind, kleinmütig Rettung von außen. All diese Muster sind uns allen bekannt - siehe: Ein Mensch.
In unseren Zeiten sind Selbstverantwortung und Selbstkompetenz - neben fundierten fachlichen Kenntnissen, geradezu überlebenswichtig.
Denn heute wissen wir, dass nur gelingende Kollaboration, würdiges Miteinander, smarte Entscheidungen hervorzubringen vermag, ein international agierendes Unternehmen überlebensfähig macht innerhalb der Fragestellungen, die anfangs formuliert wurden.
Du machst hier den Unterschied:
Je selbstkompetenter Du Dich entwickelst, desto klarer und resilienter wirst Du für Deine Werte der Würde eintreten, dementsprechend Teamstrukturen und Organisationsstrukturen beeinflussen und zu smarten und menschlichen Lösungen beitragen, eine Feedbackkultur initiieren und dauerhaft etablieren, vorher gemeinsame Werte und Leitsätze definieren, um sich konstruktiv auseinanderzusetzen.
Diese kulturelle Beeinflussung ergibt sich nun organisch aus den beiden Impulsen des Anfangs.
Die alten Muster der patriarchalen Machtausübung, der Abwertung anderer Menschen verlieren an Relevanz durch einen “Virus” den Du immer und immer wieder zu setzen vermagst:
Das Virus der Würde, der Achtung und Freude an der kreativen Schöpfung - viel Humor und Freude Euch bei Eurem täglichen Tun!
